Beteiligungsformen

Minderheitsbeteiligung / Mehrheitsbeteiligung

Die Höhe der Beteiligung an Unternehmen stellt zunächst den Anteil dar, den der Gesellschafter am Nennkapital des Unternehmens, auch als Nominal-, Stamm- oder Grundkapital bezeichnet, erwirbt. Daraus ergeben sich die Minderheitsbeteiligung, Sperrminderheitsbeteiligung, Mehrheitsbeteiligung, Dreiviertelmehrheitsbeteiligung oder die Eingliederungsbeteiligung als Formen der Beteiligung. Eine Minderheitsbeteiligung definiert sich dadurch, dass der Anteil am Nominalkapital bei einer Quote unter 50 Prozent, bei einer Mehrheitsbeteiligung über 50 Prozent liegt.

 

Stille Beteiligung

Wie der Name schon andeutet, wird diese Gesellschaftsform deshalb auch stille Beteiligung genannt, weil der Gesellschafter nach außen nicht in Erscheinung tritt. Rechtlich handelt sich um eine Unterform der BGB-Innengesellschaft. Der Stille Investor leistet seine Einlage in das Unternehmensvermögen und erlangt als Gegenleistung eine Gewinnbeteiligung. Gesetzlich ist die stille Beteiligung in den §§ 230 ff. HGB geregelt. Grundsätzlich partizipiert der stille Gesellschafter am Gewinn des Unternehmens. Die Höhe der Gewinnbeteiligung kann frei vereinbart werden. Der Investor wird bei dieser Form der Unternehmensfinanzierung als "Stiller Gesellschafter" bezeichnet. Ist der Anteil des stillen Gesellschafters am Gewinn und Verlust nicht bestimmt, so gilt ein den Umständen nach angemessener Anteil als bedungen. Im Gesellschaftsvertrag kann bestimmt werden, dass der stille Gesellschafter nicht am Verlust beteiligt sein soll; seine Beteiligung am Gewinn kann nicht ausgeschlossen werden. Bei der typisch stillen Beteiligung nimmt der stille Gesellschafter nicht an den stillen Reserven (z.B. Wertzuwachs bzw. Unterbewertung von Vermögensgegenständen) dar. Bei Beendigung der Gesellschaft partizipiert dagegen der stille Gesellschafter bei einer atypisch stillen Beteiligung vor allem an dem außerbilanziellem Wertzuwachs des Unternehmens. Für die steuerliche Behandlung und damit der Besteuerung der stillen Gesellschaft kommt es auf die vertragliche Gestaltung an, d.h. ist es eher eine "typisch stille Beteiligung" oder eher eine "atypisch stille Beteiligung". Beim stillen Gesellschafter stellen die ihm zufließenden Gewinnanteile Einkünften aus Kapitalvermögen dar. Beim Unternehmen vermindern die an den stillen Gesellschafter gezahlten oder in einer Rückstellung ausgewiesenen Gewinnanteile als Betriebsausgaben den steuerlichen Gewinn bei der Einkommensteuer oder der Körperschaftsteuer. Im Gegensatz dazu wird bei der atypischen stillen Gesellschaft der Gewinn aus der Beteiligung an einer stillen Gesellschaft als Einkünfte aus Gewerbetrieb qualifiziert. Die atypische stille Gesellschaft kann auch gewerbesteuerpflichtig sein und zum Beispiel als Personengesellschaft auch entsprechende Freibeträge in Anspruch nehmen.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen OK